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Mein Brig-Glis „Ich besuchte das Kollegium Brig. Ab der 4. Lateinklasse wohnten meine Eltern in Brig, im Rhonesand. Bis zur Matura war ich also in Brig zu Hause. Brig ist für mich Synonym für die Zeit des Erwachsenwerdens, steht also für einen spannenden und interessanten Abschnitt meines Lebens. Es war eine gute Zeit, eine zufriedene auch, obwohl wir uns natürlich ständig über irgendwas aufgeregt oder aufgehalten haben. Das gehörte wohl zu jenen Jahren. Meine Frau Ruth kommt aus Naters. Wir haben ein Haus in Blatten und sind deshalb auch regelmässig in Brig. Da fällt uns jetzt manchmal auf, dass wir nur mehr wenige Leute kennen. Viele sind wohl weggezogen. Für mich war Brig damals eine richtige Stadt, heute eine Kleinstadt mit allen Licht- und Schattenseiten. Das Gemeinschaftsgefühl ist im Oberwallis noch stark ausgeprägt; da geht man nicht einfach „verloren“. Der Preis für diese Geborgenheit ist soziale Kontrolle. Alle wissen alles über jeden - bis hin zum Privatleben. Brig habe ich immer schon gemocht; es gibt sich gerne städtisch, ist im ländlichen Oberwallis tatsächlich auch das einzig städtische Element. Brig hat in den letzten Jahren klar an Attraktivität gewonnen: Der neugestaltete Stadtplatz gefällt mir. Wenn ich einmal im Ruhestand bin, beabsichtigen meine Frau und ich, längere Zeitabschnitte im Oberwallis zu verbringen - für mich ein Ort des Rückzuges und der Erholung mit hoher Lebensqualität. Bei vielen Walliserinnen und Wallisern ist selbst nach vielen Jahren in der „Ausserschweiz“ immer noch das Wallis gemeint, wenn sie gefühlsmässig von „daheim“ reden. Für mich auch“.
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